(Abschrift eines handschriftlichen Mitteilungs-/Verteilblattes Pfarrer Ulrich Herzberg ohne Datum; evtl. Jahreswende 1945/1946; Unterstreichnungen Pf. Herzberg)
An alle Glieder der Kirchengemeinde Zepernick
Mit einem herzlichen Gruß komme ich zu Beginn des neuen Jahres zu Ihnen als Pfarrer der Gemeinde.
Die Feindschaft gegen die Kirche ist groß, das spüren wir auch an unserem Ort.
Aber die Zahl der Menschen wächst, die wieder begreifen, was die christliche Gemeinde für unser Volk bedeutet und welche Aufgabe ihr gestellt ist: Die Kirche soll die Botschaft von der Versöhnung der Menschen mit Gott durch Jesus Christus einer zerrissenen Zeit verkündigen.
Wo diese Botschaft gehört und angenommen wird, da sammelt sich eine Gemeinde von Menschen, die, weil sie mit Gott versöhnt sind, auch die Gegensätze von Klasse und Partei überwinden können.
Dadurch wachsen die Glieder der Gemeinde zusammen zu einer Gemeinschaft, in der einer dem anderen sich verpflichtet weiß zur dienstbereiten Liebe.
Wer möchte behaupten, daß diese Kirche der Versöhnung in dem Widereinander der Geister zu entbehren sei?
Es ist mein sehnlicher Wunsch für das neue Jahr, daß alle evangelische Christen in Zepernick nicht nur im Ort, sondern in unserer evangelischen Gemeinde Heimat finden.
Vielen wird es schwer, sich in kirchliche Verhältnisse neu einzugewöhnen. Mit Freude und Dank aber darf ich bekennen, daß auch im verflossenen Jahr viele Männer und Frauen die Verbindung mit der Gemeinde fanden.
Leider ist es mir bei der Größe der Gemeinde und der Fülle der täglichen pfarramtlichen Arbeit nicht möglich, diese Verbindung immer selbst auszubauen durch einen Besuch.
Darum warten Sie, bitte, nicht, bis der Pastor zu Ihnen kommt.
Wenn Ihnen aber an meinem Besuch gelegen ist, oder wenn Sie in der Nachbarschaft jemanden wissen, bei dem ein Besuch angebracht ist, dann lassen Sie es mich wissen!
Selbstverständlich bin ich für jedes Gemeindeglied im Pfarrhaus zu sprechen.
In herzlichen Verbundenheit
U. Herzberg, Pfarrer
(Es folgen Angaben über Veranstaltungszeiten und Orte in Zepernick-GN 2008)
Aufhebung der pfarramtlichen Verbindung mit Ladeburg (1930)
(Gefunden in den Akten des Pfarrarchivs Schönow 2007)
Beglaubigte Abschrift.
Urkunde,
betreffend Änderung der Pfarrsprengel Zepernick und Bernau, Kirchenkreis Bernau.
Nach Anhörung der Beteiligten wird auf Beschluß des Provinzialkirchenrats folgendes festgesetzt:
§ 1.
Die pfarramtliche Verbindung der evangelischen Kirchengemeinde Ladeburg mit der evangelischen Kirchengemeinde Zepernick, Kirchenkreis Bernau, wird aufgehoben.
§ 2.
Die evangelische Kirchengemeinde Ladeburg wird mit den evangelischen Kirchengemeinden Bernau und Schönow, Kirchenkreis Bernau, pfarramtlich verbunden.
§ 3.
Diese Urkunde tritt am 1. April 1930 in Kraft.
Berlin, den 18. Februar 1930.
(L.S.)
Evangelisches Konsistorium der Mark Brandenburg.
In Vertretung
gez. Goebel
K.III Nr. 862.
Zu der nach der um(vor-)stehenden Urkunde vom 18. Februar 1930 vom Evangelischen Konsistorium der Mark Brandenburg in Berlin kirchlicherseits ausgesprochenen Änderung der Pfarrsprengel Zepernick und Bernau, Kirchenkreis Bernau , wird hiermit die staatliche Genehmigung erteilt.
Potsdam, den 25. Februar 1930.
(L.S.)
Der Regierungspräsident.
In Vertretung
gez. von Mettenheim
II C. 805
Für die Richtigkeit der Abschrift.
Berlin den 15. März 1930.
(Siegel Ev. Konsistorium Mark Brandenburg) gez. Brennecke, Kanzlei-Inspektor (GN)